Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine chronische Entzündungserkrankung, die Millionen von Menschen weltweit betrifft. Sichtbar wird sie auf der Haut: Rötungen, Schuppen, Juckreiz. Doch immer mehr Forschung deutet darauf hin, dass der Zustand der Haut auch mit dem Zustand des Darms zusammenhängt.
Vielleicht fragst du dich deshalb, ob dein Darm bei deiner Schuppenflechte mitspielt, ob eine Darmsanierung hilft oder welche Probiotika sinnvoll sind. In diesem Artikel erfährst du, was dazu wirklich bekannt ist, wo die Forschung noch am Anfang steht und was du im Alltag tun kannst.
Darm und Schuppenflechte: Was die Darm-Haut-Achse ist
Forschungen haben gezeigt, dass es eine enge Verbindung zwischen dem Darm und der Haut gibt. Fachleute sprechen von der Darm-Haut-Achse: Darm und Haut tauschen sich über Immunzellen, Botenstoffe und Stoffwechselprodukte der Darmbakterien aus, und zwar in beide Richtungen.
Der Darm ist ein komplexes Ökosystem, bewohnt von einer Vielzahl von Mikroorganismen, darunter Bakterien, Viren und Pilze. Sie spielen eine wichtige Rolle für ein gesundes Immunsystem. Ein großer Teil unserer Immunzellen sitzt in der Darmschleimhaut. Das ist für Schuppenflechte relevant, denn sie ist keine reine Hauterkrankung, sondern eine Entzündung, bei der das Immunsystem fehlgeleitet reagiert.
Wie Darm, Immunsystem und Haut zusammenhängen
Ein gesundes Darmmikrobiom, oft auch Darmflora genannt, unterstützt das Gleichgewicht des Immunsystems. Ein wichtiger Baustein dabei: Bestimmte Darmbakterien vergären Ballaststoffe zu kurzkettigen Fettsäuren wie Butyrat. Butyrat ist der wichtigste Energielieferant für die Zellen der Darmschleimhaut und kann Entzündungsreaktionen dämpfen.
Gerät die Bakterienzusammensetzung aus dem Gleichgewicht, können entzündungsfördernde Bakterien die Oberhand gewinnen und die Regulation des Immunsystems schwächen. Ob und wie stark sich das auf die Haut auswirkt, ist Gegenstand intensiver Forschung.
Können Hautprobleme vom Darm kommen?
Teilweise, vermutlich, aber nicht allein. Studien zeigen, dass sich das Darmmikrobiom von Menschen mit Schuppenflechte von dem gesunder Vergleichspersonen unterscheidet. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis, dass der Darm die Hautprobleme auslöst. Die Verbindung läuft zudem in beide Richtungen: Auch die Entzündung der Schuppenflechte kann auf den Darm zurückwirken.
Ist der Darm die Ursache von Schuppenflechte?
Kurze Antwort: nein, zumindest nicht allein. Schuppenflechte entsteht aus einem Zusammenspiel von erblicher Veranlagung, einem fehlgeleiteten Immunsystem und Auslösern wie Stress, Infekten, Rauchen, Alkohol oder bestimmten Medikamenten. Der Darm ist nach heutigem Wissen ein Mitspieler in diesem Geflecht, nicht der Verursacher. Mehr zu verkürzten Erklärungen rund um die Erkrankung findest du in unserem Artikel zu den Psoriasis-Mythen.
Was Forschende bisher wissen
- Das Darmmikrobiom ist verändert: Mehrere Studien fanden bei Schuppenflechte eine geringere Vielfalt an Darmbakterien als bei Gesunden.
- Darmerkrankungen sind häufiger: Menschen mit Schuppenflechte haben ein erhöhtes Risiko für Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Zöliakie (mehr dazu weiter unten).
- Die Richtung ist offen: Ob das veränderte Darmmikrobiom die Haut beeinflusst oder die Entzündung im Körper das Darmmikrobiom verändert, ist ungeklärt. Wahrscheinlich gibt es beides.
Leaky Gut: eine Hypothese, kein Befund
Vielleicht bist du beim Thema schon auf den Begriff „Leaky Gut“ gestoßen, also einen „durchlässigen Darm“. Wichtig vorab: Das ist ein Forschungsthema und eine Hypothese, keine gesicherte Diagnose und keine nachgewiesene Ursache der Schuppenflechte. Die Idee dahinter: Ist die Darmschleimhaut weniger dicht, könnten Bakterienbestandteile und Stoffwechselprodukte, die normalerweise im Darm bleiben, in den Blutkreislauf gelangen und das Immunsystem dauerhaft reizen.
Es gibt dafür erste Hinweise. In einer polnischen Studie hatten Menschen mit Schuppenflechte im Blut höhere Werte eines Markers für Schäden an der Darmschleimhaut, und die Werte waren umso höher, je ausgeprägter die Schuppenflechte war. Ob die durchlässigere Darmwand dabei Ursache oder Folge der Entzündung ist, zeigt eine solche Studie aber nicht. „Leaky Gut“ bleibt deshalb eine Hypothese, die weiter erforscht wird. Als Diagnose ist es nicht anerkannt, und dass ein durchlässiger Darm Schuppenflechte auslöst, ist nicht belegt. Kommerzielle Leaky-Gut-Tests liefern keine Grundlage für eine Behandlung.
Das Prinzip kennst du vielleicht von der Haut: Auch eine gestörte Hautbarriere macht anfälliger für Reizungen.
Welche Darmbakterien bei Schuppenflechte auffallen
Wer nach den Darmbakterien bei Schuppenflechte sucht, hofft oft auf eine klare Liste. So einfach ist es nicht. Was sich in Studien wiederholt, sind Verschiebungen im Gleichgewicht, nicht ein einzelnes „schuldiges“ Bakterium.
Dysbiose: wenn das Gleichgewicht kippt
Bei Menschen mit Schuppenflechte wurde in Studien häufig eine Veränderung des Darmmikrobioms festgestellt, die als Dysbiose bezeichnet wird. Gemeint ist ein Ungleichgewicht unter den Darmbakterien: Nützliche Bakterien nehmen ab, potenziell schädliche Keime breiten sich aus, die Vielfalt sinkt. Ein einheitliches „Psoriasis-Mikrobiom“ gibt es dabei nicht. Die Befunde unterscheiden sich von Studie zu Studie.
Faecalibacterium, Akkermansia und Butyrat
Ein paar Namen tauchen trotzdem immer wieder auf:
| Darmbakterium | Was es tut | Befund bei Schuppenflechte |
|---|---|---|
| Faecalibacterium prausnitzii | Einer der wichtigsten Butyrat-Bildner im Darm, gilt als entzündungsdämpfend | In einer niederländischen Studie deutlich seltener als bei Gesunden, ähnlich wie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen |
| Akkermansia | Lebt in der Schleimschicht der Darmwand, wird mit einer intakten Darmbarriere in Verbindung gebracht | In einer US-Studie bei Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis seltener |
| Ruminococcus | Hilft beim Abbau von Ballaststoffen | In derselben US-Studie ebenfalls seltener |
Diese Befunde stammen aus kleinen Studien und lassen sich nicht in einen Test oder eine Therapie übersetzen. Sie zeigen aber, warum Ballaststoffe für das Darmmikrobiom so wichtig sind: Die Bakterien, die bei Schuppenflechte häufig fehlen, leben davon. Wie ein mikrobielles Gleichgewicht auf der Haut aussieht, liest du in unserem Artikel zum Hautmikrobiom.
Schuppenflechte und Morbus Crohn: Wann du genauer hinschauen solltest
Dass Schuppenflechte und Darm zusammenhängen, ist an einer Stelle besonders gut belegt: bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Eine Auswertung von neun Studien kam zu dem Ergebnis, dass Menschen mit Schuppenflechte ein etwa 2,5-fach erhöhtes Risiko für Morbus Crohn und ein etwa 1,7-fach erhöhtes Risiko für Colitis ulcerosa haben. Erhöhtes Risiko heißt nicht, dass du auch erkrankst. Die meisten Menschen mit Schuppenflechte bekommen keine CED.
Warum Haut und Darm hier zusammenhängen
Schuppenflechte und Morbus Crohn teilen sich Teile ihrer genetischen Veranlagung und nutzen ähnliche Entzündungswege im Immunsystem. Das erklärt auch, warum manche Medikamente bei beiden Erkrankungen eingesetzt werden. Neben dem Darm können auch die Gelenke betroffen sein, mehr dazu in unserem Artikel zur Psoriasis-Arthritis.
Praktisch wichtig: Eine Darmerkrankung kann beeinflussen, welche Psoriasis-Therapie für dich infrage kommt. Erzähl deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt deshalb auch von Darmbeschwerden, selbst wenn es sich erst einmal nicht nach Hautthema anfühlt.
Auch Zöliakie kommt häufiger vor
Eine Auswertung von 18 Studien fand bei Schuppenflechte eine etwa doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für Zöliakie, also eine Unverträglichkeit gegen Gluten. Glutenfrei zu essen ist aber nur sinnvoll, wenn eine Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit ärztlich festgestellt wurde. Ohne Diagnose verzichtest du sonst unnötig auf Vollkorn und damit auf wertvolle Ballaststoffe. Wichtig: Lass dich testen, bevor du Gluten weglässt, sonst kann der Test falsch ausfallen.
- Durchfall, der über Wochen anhält
- Blut oder Schleim im Stuhl
- wiederkehrende, krampfartige Bauchschmerzen
- Stuhlgang, der dich nachts weckt
- Gewichtsverlust ohne Erklärung
Darmsanierung und Darmkur bei Schuppenflechte: Was ist dran?
„Darmsanierung“ klingt nach Großputz: einmal durchspülen, und alles läuft wieder. Der Begriff ist aber medizinisch nicht definiert. Darunter wird ganz Unterschiedliches angeboten, von Colon-Hydro-Therapie über Abführkuren und Detox-Pulver bis zu mehrwöchigen Probiotika-Kuren.
Was Studien zur Darmsanierung bisher zeigen
Für Darmsanierungen oder Darmkuren als Behandlung der Schuppenflechte gibt es bisher keine belastbaren Studien. Dass das Darmmikrobiom bei Schuppenflechte oft verändert ist, heißt nicht automatisch, dass eine Kur die Haut verbessert.
Wie wenig vorhersagbar Eingriffe in das Darmmikrobiom sind, zeigt die bisher wohl gründlichste Studie zum Thema: Forschende in Dänemark übertrugen Menschen mit Psoriasis-Arthritis das Darmmikrobiom gesunder Spender (Stuhltransplantation). Das Ergebnis: Die Behandlung schnitt in dieser kleinen Studie mit 31 Teilnehmenden nicht besser ab als eine Scheinbehandlung, bei einem Wert sogar schlechter. Stuhltransplantationen sind bei Schuppenflechte deshalb ein reines Forschungsthema.
Erfahrungsberichte zur Darmsanierung richtig einordnen
In Foren findest du viele Erfahrungsberichte, in denen sich die Haut nach einer Darmkur gebessert hat. Diese Berichte sind oft ehrlich gemeint, aber schwer einzuordnen:
- Schuppenflechte verläuft in Schüben. Besserungen kommen auch ohne Zutun.
- Wer eine Kur macht, ändert meist mehr als nur den Darm: weniger Alkohol, mehr Gemüse, mehr Bewegung, oft auch weniger Stress.
- Wer viel Geld und Hoffnung investiert hat, nimmt Verbesserungen stärker wahr.
Welcher Faktor im Einzelfall geholfen hat, lässt sich nicht trennen. Wir verstehen, dass Schuppenflechte sehr individuell ist und jede betroffene Person ihre eigene Geschichte hat. Was einem Menschen guttut, muss bei dir nicht genauso wirken.
Sanft statt radikal: Was du im Alltag tun kannst
Von Abführmitteln, Darmspülungen oder strengen Fastenkuren ohne ärztliche Begleitung raten wir ab. Sie belasten den Körper eher, als dass sie das Darmmikrobiom aufbauen. Wenn du deinem Darm etwas Gutes tun willst, setzt du besser auf kleine Gewohnheiten über Wochen und Monate:
- täglich Ballaststoffe, etwa aus Hülsenfrüchten, Haferflocken, Vollkorn, Gemüse und Nüssen
- Abwechslung: möglichst viele verschiedene Pflanzen über die Woche verteilt
- regelmäßig fermentierte Lebensmittel wie Naturjoghurt, Kefir oder Sauerkraut
- Alkohol reduzieren, Bewegung in den Alltag bringen, gut schlafen und auf Stress achten
Das ist kein Therapieplan für die Schuppenflechte, aber eine gute Grundlage für deine allgemeine Gesundheit.
Probiotika bei Schuppenflechte: Was die Studien sagen
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die eine positive Wirkung auf das Darmmikrobiom haben können. Du findest sie in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt und Sauerkraut oder als Nahrungsergänzungsmittel (mehr dazu beim NDR). Bei Schuppenflechte gibt es tatsächlich erste kontrollierte Studien, sie sind aber klein.
Was kleine Studien gezeigt haben
- Spanische Studie (2019): 90 Erwachsene mit Schuppenflechte nahmen 12 Wochen lang entweder eine Mischung aus drei Bakterienstämmen oder ein Placebo ein. Nach 12 Wochen hatte sich das Hautbild bei 66,7 % der Probiotika-Gruppe um mindestens 75 % gebessert, in der Placebo-Gruppe bei 41,9 %.
- Irische Studie (2013): Bei 26 Menschen mit Schuppenflechte senkte ein bestimmter Bifidobakterien-Stamm über acht Wochen Entzündungswerte im Blut (CRP und TNF-alpha). Ob sich dadurch die Haut verbesserte, wurde nicht untersucht.
- Auswertung von sieben Studien (2024): Insgesamt deutet sich ein leichter Vorteil an, etwa bei der Schwere der Schuppenflechte und bei Entzündungswerten. Beim Anteil der Menschen mit deutlicher Besserung war der Unterschied aber statistisch nicht gesichert. Die Forschenden fordern größere Studien.
Warum Probiotika keine Therapie ersetzen
Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber vorläufig. Dazu kommt: Die Wirkung hängt am genauen Bakterienstamm. Was für eine bestimmte Stamm-Mischung in einer Studie gezeigt wurde, lässt sich nicht auf beliebige Präparate aus der Drogerie übertragen.
Auch die Sicherheit spielt eine Rolle: Bei geschwächtem Immunsystem, etwa unter bestimmten Psoriasis-Medikamenten, können lebende Bakterienkulturen in seltenen Fällen problematisch sein. Sprich deshalb vor der Einnahme mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, am besten mit der genauen Produktbezeichnung samt Bakterienstämmen.
Ernährung für Darm und Haut bei Schuppenflechte
Essen ist keine Therapie, aber ein Hebel, den du jeden Tag in der Hand hast. Eine ausgewogene Ernährung, reich an Ballaststoffen, Obst, Gemüse und probiotischen Lebensmitteln, kann dazu beitragen, die Darmgesundheit zu verbessern. Dabei geht es nicht um eine Wunderdiät, sondern darum, deine Darmbakterien gut zu versorgen.
Was du eher meiden solltest
Der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel, die als entzündungsfördernd gelten, kann dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu verringern. Du musst dabei nicht perfekt sein, weniger reicht oft schon:
- Zuckerhaltige Lebensmittel und raffinierte Kohlenhydrate wie Weißmehl: viel Energie, kaum Ballaststoffe für die Darmbakterien
- Viele gesättigte Fette aus Wurst, Fertiggerichten und Frittiertem
- Alkohol gilt als möglicher Auslöser von Schüben
- Übergewicht: Eine große genetische Studie spricht dafür, dass ein höheres Körpergewicht das Risiko für Schuppenflechte tatsächlich erhöht. Abnehmen kann sich deshalb lohnen, ohne Crash-Diät
Was deine guten Darmbakterien mögen
Vor allem Vielfalt. Nicht ein einzelnes Superfood, sondern möglichst viele verschiedene Pflanzen über die Woche verteilt. Die Mittelmeerküche mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl, Nüssen und Fisch ist dafür ein gutes Vorbild. In einer großen französischen Befragung hatten Menschen mit schwerer Schuppenflechte seltener mediterran gegessen. Ein Beweis, dass die Ernährung die Schuppenflechte bessert, ist das nicht, aber ein interessanter Hinweis.
| Eher mehr | Eher weniger |
|---|---|
| Gemüse, Obst, Kräuter | Süßigkeiten, gezuckerte Getränke |
| Hülsenfrüchte, Vollkorn, Haferflocken | Weißmehlprodukte |
| Nüsse, Samen, Olivenöl | Frittiertes, Fertiggerichte |
| Fisch, z. B. Lachs oder Makrele | Wurst und viel rotes Fleisch |
| Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut | Alkohol |
Das Darmmikrobiom lässt sich allerdings nicht allein durch Ernährung beeinflussen. Ganzheitlich betrachtet zählen auch Stressmanagement, ausreichend Bewegung und genug Schlaf. Wie eng Stress und Schuppenflechte zusammenhängen, liest du in unserem Artikel zu Schuppenflechte und Psyche. Weitere Ansätze für den Alltag findest du bei unseren natürlichen Mitteln gegen Schuppenflechte, und viele Rezepte und Routinen im E-Book „Leben mit Psoriasis“.
Was du außerdem für deine Haut tun kannst
Auch wenn Ernährung und Darmgesundheit eine unterstützende Rolle spielen können, bleibt die tägliche Pflege der Haut ein zentraler Bestandteil im Umgang mit Schuppenflechte. Denn trockene, schuppige und gereizte Haut braucht zusätzlich von außen Feuchtigkeit und rückfettende Pflege. Sie hilft, Schuppen sanft zu lösen und die Hautbarriere zu schützen.
- Cream forte: intensive Pflege für sehr trockene, schuppige und gereizte Haut
- Skin Balm: reichhaltiger Balsam für sehr trockene, raue Hautstellen
- Scalp Oil: Overnight-Pflege für trockene, juckende Kopfhaut
- Pso Kit: alle drei zusammen als Pflege-Set bei Schuppenflechte
Fazit: Der Darm ist ein Baustein, nicht die Lösung
Der Zusammenhang zwischen Darm und Haut bei Schuppenflechte ist ein spannendes Forschungsfeld, das weiter untersucht wird. Gut belegt ist, dass das Darmmikrobiom bei Schuppenflechte oft verändert ist und Darmerkrankungen wie Morbus Crohn häufiger vorkommen. Ob der Darm die Schuppenflechte mit auslöst, ist dagegen offen. Darmsanierungen sind nicht belegt, zu Probiotika gibt es erste vielversprechende, aber kleine Studien.
Eine darmfreundliche Ernährung mit vielen Ballaststoffen, wenig Zucker und Alkohol, dazu Bewegung, Schlaf und weniger Stress: Das tut deinem ganzen Körper gut und kann dein Wohlbefinden unterstützen. Kombiniert mit der ärztlichen Behandlung und einer guten Pflege der Haut von außen ist das ein realistischer, ganzheitlicher Weg. Und wenn dein Darm Warnzeichen sendet, lass ihn ärztlich untersuchen.
Häufige Fragen zu Schuppenflechte und Darm
Hat Schuppenflechte etwas mit dem Darm zu tun?
Ja, es gibt einen Zusammenhang. Bei Menschen mit Schuppenflechte ist das Darmmikrobiom häufig weniger vielfältig, und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen kommen öfter vor. Dass der Darm die Schuppenflechte verursacht, ist aber nicht nachgewiesen.
Hilft eine Darmsanierung bei Schuppenflechte?
Dafür gibt es bisher keine belastbaren Belege. Der Begriff Darmsanierung ist nicht geschützt und wird für sehr unterschiedliche Angebote verwendet. Sanfte Maßnahmen wie eine ballaststoffreiche Ernährung schaden nicht, von Abführkuren und Darmspülungen ohne ärztliche Begleitung raten wir ab.
Welche Probiotika helfen bei Schuppenflechte?
Ein bestimmtes Probiotikum kann man derzeit nicht empfehlen. In einer kleinen spanischen Studie verbesserte eine Mischung aus drei Bakterienstämmen das Hautbild stärker als ein Placebo, die Wirkung hängt aber am genauen Stamm. Besprich die Einnahme vorher ärztlich, besonders wenn du Medikamente nimmst, die das Immunsystem dämpfen.
Welche Darmbakterien fehlen bei Schuppenflechte?
In Studien waren unter anderem Faecalibacterium prausnitzii, Akkermansia und Ruminococcus seltener als bei Gesunden. Die Ergebnisse schwanken aber zwischen den Studien, ein einheitliches Muster gibt es nicht.
Haben Menschen mit Schuppenflechte häufiger Morbus Crohn?
Ja. Eine Auswertung mehrerer Studien fand ein etwa 2,5-fach erhöhtes Risiko für Morbus Crohn und ein etwa 1,7-fach erhöhtes Risiko für Colitis ulcerosa. Anhaltender Durchfall, Blut im Stuhl oder unerklärlicher Gewichtsverlust sollten deshalb ärztlich abgeklärt werden.
Sollte ich bei Schuppenflechte auf Gluten verzichten?
Nur, wenn eine Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit ärztlich festgestellt wurde. Zöliakie kommt bei Schuppenflechte zwar häufiger vor, ohne Diagnose verzichtest du aber unnötig auf Vollkorn und Ballaststoffe. Lass dich testen, bevor du Gluten weglässt.
Quellen
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- Acharya P, Mathur M: Association between psoriasis and celiac disease: A systematic review and meta-analysis. Journal of the American Academy of Dermatology, 2020
- Scher JU et al.: Decreased bacterial diversity characterizes the altered gut microbiota in patients with psoriatic arthritis, resembling dysbiosis in inflammatory bowel disease. Arthritis & Rheumatology, 2015
- Eppinga H et al.: Similar Depletion of Protective Faecalibacterium prausnitzii in Psoriasis and Inflammatory Bowel Disease. Journal of Crohn's and Colitis, 2016
- Hidalgo-Cantabrana C et al.: Gut microbiota dysbiosis in a cohort of patients with psoriasis. British Journal of Dermatology, 2019
- Buhaș MC et al.: Gut Microbiota in Psoriasis. Nutrients, 2022
- Sikora M et al.: Intestinal Fatty Acid Binding Protein, a Biomarker of Intestinal Barrier, is Associated with Severity of Psoriasis. Journal of Clinical Medicine, 2019
- Kragsnaes MS et al.: Safety and efficacy of faecal microbiota transplantation for active peripheral psoriatic arthritis: an exploratory randomised placebo-controlled trial. Annals of the Rheumatic Diseases, 2021
- Navarro-López V et al.: Efficacy and Safety of Oral Administration of a Mixture of Probiotic Strains in Patients with Psoriasis: A Randomized Controlled Clinical Trial. Acta Dermato-Venereologica, 2019
- Groeger D et al.: Bifidobacterium infantis 35624 modulates host inflammatory processes beyond the gut. Gut Microbes, 2013
- Zhu Y et al.: The efficacy and safety of probiotics in the adjuvant treatment of psoriasis: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Medicine, 2024
- Boyle RJ et al.: Probiotic use in clinical practice: what are the risks? American Journal of Clinical Nutrition, 2006
- Budu-Aggrey A et al.: Evidence of a causal relationship between body mass index and psoriasis: A mendelian randomization study. PLoS Medicine, 2019
- Phan C et al.: Association Between Mediterranean Anti-inflammatory Dietary Profile and Severity of Psoriasis: Results From the NutriNet-Santé Cohort. JAMA Dermatology, 2018





















