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EU-Duftstoffe-Verordnung 2026: Was auf dein Etikett kommt
5. Jun 20264 Min. Lesezeit

EU-Duftstoffe-Verordnung 2026: Was auf dein Etikett kommt

Was steckt eigentlich hinter "Parfum" auf dem Etikett?

Drehst du eine Kosmetikflasche um und liest die Inhaltsstoffe, taucht dort fast immer ein Wort auf: Parfum. Klingt harmlos – verbirgt aber eine kleine Black Box. Hinter diesem einen Begriff können theoretisch dutzende Einzelstoffe stecken: Limonene, Linalool, Geraniol, Citral. Namen, die viele zum ersten Mal lesen, obwohl sie in Lavendelöl, Zitrusschalen und Rosenblüten schon immer drin waren.

Ab dem 31. Juli 2026 ist Schluss mit dem Versteckspiel. Dann müssen über 80 dieser Duftstoffe einzeln auf dem Etikett stehen – statt sich hinter dem Sammelbegriff "Parfum" zu verbergen.

Hinter der Veränderung steckt die neue EU-Duftstoffe-Verordnung 2026 (offiziell: Verordnung (EU) 2023/1545). Klingt nach Bürokratie – ist aber vor allem eine gute Nachricht für alle mit empfindlicher Haut.

Was ändert sich konkret? Aus 26 werden über 80

Kurz und knapp: Die Liste der Duftstoffe, die einzeln auf dem Etikett stehen müssen, wird verlängert.

- Vorher: 26 deklarationspflichtige Duftstoffe.

- Ab Juli 2026: über 80.

Das bedeutet: 56 weitere Duftstoffe und Stoffgruppen kommen dazu. Du erkennst sie ab sofort auf einen Blick – statt auf gut Glück das Wort "Parfum" zu interpretieren.

Genannt werden müssen sie übrigens nur ab einer kleinen Schwelle: 0,001 % in Cremes, Seren & Co., 0,01 % in allem, was du wieder abwäschst (Duschgel, Shampoo). Auch Mini-Mengen werden also sichtbar.

Warum eigentlich? Damit Etiketten endlich ehrlich sind

Rund 1 bis 3 von 100 Menschen reagieren allergisch auf bestimmte Duftstoffe. Das klingt wenig, sind aber Millionen. Wer betroffen ist, kennt das Spiel:

- Neues Produkt kaufen.

- Drei Tage später juckt, brennt oder schuppt es.

- Im Etikett steht "Parfum" – nichts Konkretes.

- Welches der hundert möglichen Aromaöle war es jetzt?

Genau dieses Rätselraten beendet die neue Verordnung. Stehen die relevanten Allergene namentlich da, kannst du gezielt meiden, was deine Haut nicht mag – statt einmal mehr blind zu testen.

"Aber natürlich heißt doch automatisch hautfreundlich?" – nicht so ganz.

Eines der häufigsten Missverständnisse rund um Duftstoffe.

Wahrheit ist: Die meisten der jetzt deklarationspflichtigen Allergene sind komplett natürlichen Ursprungs.

- Limonene → kommt aus Zitrusschalen.

- Linalool → klassischer Bestandteil von Lavendelöl.

- Geraniol & Citronellol → stecken in Rosen- und Geranienöl.

- Citral → typisch für Zitronengras.

Ätherisches Öl klingt sanft – kann aber genauso reizen wie ein synthetischer Duft. "Natürlich" und "verträglich" sind eben nicht dasselbe.

So sieht dein Etikett ab 2026 aus

Ein kurzer Vergleich, wie sich die INCI-Liste verändert:

Klassisches Produkt mit Parfum natüür-Pflege (parfümfrei)
Aqua · Glycerin · Parfum Aqua · Glycerin
Limonene · Linalool Coco-Glucoside · Panthenol
Geraniol · Citral Bisabolol · Tocopherol
… einzeln aufgelistet Nichts zu ergänzen

Bei parfümfreien Produkten bleibt die Liste also genauso, wie sie ist – kein zusätzlicher Allergen-Schwanz am Ende.

Bis wann muss das umgesetzt sein?

Der Zeitplan in Kurzform

- Seit 16. August 2023: Die Verordnung ist offiziell in Kraft.

- Ab 31. Juli 2026: Alle neuen Produkte müssen die erweiterte Liste tragen.

- Bis 31. Juli 2028: Auch Altbestände im Regal müssen umgekennzeichnet sein.

Heißt: 2026 wird die Veränderung sichtbar, 2028 ist sie überall angekommen.

Und bei natüür? Eigentlich: schon längst erledigt.

Der Großteil unserer Pflege ist komplett parfümfrei – und zwar nicht, weil 2023 eine Verordnung kam, sondern weil chronisch belastete und empfindliche Haut Duftstoffe einfach nicht braucht.

Im aktuellen Sortiment findest du 6 von 10 Produkten ohne jeden Duftstoff – darunter unsere Klassiker:

- Cream forte – die intensive Pflege bei akuten Schüben.

- Cream – dein Daily Driver für sensible Haut.

- Skin Balm – reichhaltig für besonders trockene Stellen.

- Scalp Tonic – leicht und alltagstauglich.

Du willst die ganze Auswahl sehen? Hier entlang zu Med Care (medizinisch inspiriert) und Essentials (alltagstauglich). Oder lass dir vom Produktberater in 2 Minuten zeigen, was zu deiner Haut passt.

Die Basis aller natüür-Produkte bleibt übrigens unverändert: unser Wirkstoffkomplex NEEMAVERA® aus frischen Neem-Blättern. Und auch bei den wenigen Produkten mit dezenten Duftnoten kennen wir jeden Inhaltsstoff – und nennen ihn beim Namen.

FAQ: Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Muss ich jetzt alle meine Produkte austauschen?

Nein. Was du gut verträgst, kannst du weiter benutzen. Die Verordnung verändert nur die Etiketten, nicht die Produkte selbst.

Was sind Limonene, Linalool & Co.?

Das sind natürlich vorkommende Bestandteile ätherischer Öle (z. B. aus Lavendel, Zitrone, Rose). Sie riechen gut – können aber bei manchen Menschen Hautreaktionen auslösen.

Heißt "ohne Parfum" automatisch "ohne Duftstoffe"?

Nicht immer. Manche Produkte verwenden ätherische Öle als "Aromen" und schreiben trotzdem "ohne Parfum" auf die Vorderseite. Der ehrliche Blick aufs Etikett (ab 2026 deutlich einfacher!) verrät dir die Wahrheit.

Sind natürliche Düfte hautfreundlicher als synthetische?

Nicht zwangsläufig. Allergisch reagiert deine Haut auf das einzelne Molekül – nicht auf die Herkunft. Auch Lavendelöl kann reizen.

Was tut natüür konkret?

Wir formulieren den Großteil unserer Produkte komplett parfümfrei. Bei den wenigen Produkten mit Duft passen wir die Etiketten bis Juli 2026 an. Du musst nichts tun.

Fazit: Längere Liste, kürzeres Rätselraten

Auf den ersten Blick wirken die neuen Etiketten ab 2026 verwirrend – tatsächlich machen sie das Leben für empfindliche Haut aber einfacher. Statt zu raten, was hinter "Parfum" steckt, hast du es schwarz auf weiß. Und bei natüür kannst du dir den Stress sowieso sparen: Die meisten unserer Produkte tragen ihre Inhaltsstoffe schon heute ohne Versteckspiel auf der Verpackung.

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