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So erkennst du schädliche Inhaltsstoffe in Kosmetik
15. Feb 20254 Min. Lesezeit

So erkennst du schädliche Inhaltsstoffe in Kosmetik

Viele Hautpflegeprodukte enthalten Stoffe, die Hautreizungen, allergische Reaktionen oder – bei Dauergebrauch – gesundheitliche Bedenken auslösen können. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Handgriffen erkennst du problematische Inhaltsstoffe selbst. Das Wichtigste in Kürze:

  • Achte auf die INCI-Namen: Stoffe wie Parabene, Formaldehyd-Abspalter und Sulfate stehen immer wieder in der Kritik.
  • Nutze Apps: Tools wie CodeCheck oder Yuka bewerten Inhaltsstoffe per Barcode-Scan.
  • Vertraue auf Siegel: Zertifizierungen wie COSMOS oder NATRUE stehen für geprüfte Naturkosmetik.
  • Sei vorsichtig bei Sammelbegriffen wie „Parfum": Dahinter können nicht einzeln deklarierte Stoffe stecken.

Tipp: Konzentrier dich auf die ersten fünf bis sechs Inhaltsstoffe – sie machen den Großteil einer Formulierung aus.

So liest du die INCI-Liste richtig

Das Lesen der Inhaltsliste wird deutlich einfacher, wenn du das INCI-System (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) verstehst. Es kennzeichnet Inhaltsstoffe weltweit einheitlich.

INCI-Namen entschlüsseln

Im INCI-System stehen die Inhaltsstoffe meist auf Latein oder Englisch – Wasser heißt Aqua, Vitamin E Tocopherol. Wichtig: Die Reihenfolge zeigt die Konzentration an, von der höchsten zur niedrigsten. Die ersten fünf bis sechs Einträge machen also oft den Großteil des Produkts aus.

Kritische Inhaltsstoffe im Blick

Inhaltsstoffgruppe INCI-Bezeichnungen (Beispiele) Warum kritisch
Parabene Methylparaben, Propylparaben Stehen im Verdacht, hormonell zu wirken
Formaldehyd-Abspalter DMDM Hydantoin, Quaternium-15, Imidazolidinyl Urea Können Haut reizen und gelten als Kontaktallergene
Sulfate Sodium Lauryl Sulfate (SLS) Können die Haut austrocknen und reizen
PEG-Verbindungen Endung auf „-eth", z. B. Sodium Laureth Sulfate Können die Hautbarriere durchlässiger machen

Begrenzte Transparenz bei „Parfum" und „Fragrance"

Ein Sonderfall sind Begriffe wie Parfum oder Fragrance. Sie fassen oft zahlreiche Duftstoffe zusammen, die aus Gründen des Betriebsgeheimnisses nicht einzeln aufgeführt werden. Darunter können auch Phthalate fallen, die als hormonell aktiv gelten. Wenn deine Haut empfindlich ist, lohnt sich der Griff zu ausdrücklich duftstofffreien Produkten.

Gesundheitsrisiken kritischer Inhaltsstoffe

Etiketten zu verstehen ist der erste Schritt – genauso wichtig ist es zu wissen, warum bestimmte Stoffe umstritten sind. Drei Gruppen stehen besonders im Fokus:

Formaldehyd-Abspalter

Formaldehyd-Abspalter wie Imidazolidinyl Urea geben nach und nach kleine Mengen Formaldehyd ab, das als Reizstoff und Kontaktallergen gilt. Man findet sie zum Beispiel in manchen Gesichtscremes als Konservierung.

Hormonell aktive Stoffe

Stoffe wie BHA (Butylhydroxyanisol) und BHT (Butylhydroxytoluol) sowie Phthalate werden in der Forschung als potenziell hormonell aktiv diskutiert. Weil wir täglich viele Pflegeprodukte nutzen, kann sich die Belastung über den Tag summieren – ein guter Grund, unnötige kritische Stoffe zu meiden.

Mineralöl und Sulfate

Auch scheinbar harmlose Basisstoffe können problematisch sein: Mineralöl kann je nach Reinheit mit unerwünschten Verunreinigungen belastet sein, und Sulfate entziehen der Haut Fett. Gerade bei trockener oder empfindlicher Haut sind mildere, pflanzliche Alternativen die bessere Wahl.

Tools zum Inhaltsstoffe-Checken

Du musst nicht jede INCI-Bezeichnung auswendig kennen. Diese Helfer nehmen dir die Arbeit ab:

Scanner-Apps

CodeCheck zeigt dir per Barcode-Scan sofort, was in einem Produkt steckt, und schlägt sicherere Alternativen vor. Yuka arbeitet mit einem Ampelsystem: Grün heißt unbedenklich, Gelb mahnt zur Vorsicht, Rot rät ab.

Online-Datenbanken

Die EWG Skin Deep-Datenbank bewertet Tausende Inhaltsstoffe und Produkte auf einer Skala von 1 bis 10. Der INCI Decoder erklärt die Funktion einzelner Stoffe und macht Produkte vergleichbar.

Ein Hinweis zur Nutzung

Diese Tools sind eine gute Orientierung – aber keine Diagnose. Deine Haut kann anders reagieren als eine allgemeine Bewertung vermuten lässt. Nutze sie als Kompass, nicht als letztes Wort.

Saubere Produkte erkennen

Wer kritische Stoffe meiden möchte, findet mit ein paar Anhaltspunkten schnell verträglichere Alternativen.

Natürliche Konservierung

Gute Naturkosmetik kommt ohne bedenkliche Konservierer aus und setzt stattdessen auf pflanzliche Helfer:

  • Vitamin E (Tocopherol): schützt vor Oxidation und wirkt mild konservierend.
  • Rosmarinextrakt: unterstützt die Haltbarkeit und ist antioxidativ.

Zertifizierungen als Orientierung

Siegel nehmen dir das Rätselraten ab, weil sie an feste Kriterien gebunden sind:

Zertifizierung Wofür sie steht
COSMOS Strenger Standard für Bio- und Naturkosmetik
NATRUE Garantie für geprüfte Naturkosmetik
EWG Verified Gesundheitsorientierte Bewertung, frei von kritischen Stoffen

Bei natüür ist genau das der Anspruch: Die Pflege ist vegan, dermatologisch getestet, in Deutschland hergestellt und frei von Parabenen und künstlichen Farbstoffen. Basis ist der patentierte Neem-Blattextrakt NEEMAVERA®. Womit natüür formuliert – und was bewusst wegbleibt – kannst du auf der Seite Unsere Inhaltsstoffe nachlesen; die passende Pflege findest du in der Hautpflege-Kollektion.

Fazit

Sichere Hautpflege ist vor allem eine Frage informierter Entscheidungen – und die triffst du leichter, als du vielleicht denkst. Dass selbst große Marken nicht automatisch unbedenklich sind, zeigte 2021 der Rückruf mehrerer Sonnenschutzprodukte, in denen die Verunreinigung Benzol nachgewiesen wurde. Mit diesen drei Gewohnheiten bist du auf der sicheren Seite:

  • Die ersten Inhaltsstoffe der INCI-Liste bewusst lesen.
  • Im Zweifel eine Scanner-App (CodeCheck, Yuka) oder Datenbank (EWG Skin Deep) nutzen.
  • Auf anerkannte Siegel wie COSMOS, NATRUE oder EWG Verified achten.

FAQ

Welche Inhaltsstoffe sollte ich in Hautpflege meiden?

Als Faustregel lohnt sich ein zweiter Blick bei diesen Stoffen:

  • Parabene (Methyl-, Propylparaben) – stehen im Verdacht, hormonell zu wirken.
  • Formaldehyd-Abspalter (DMDM Hydantoin, Quaternium-15) – Reiz- und Allergiepotenzial.
  • Sulfate & PEG – Stoffe auf „-eth" wie Sodium Laureth Sulfate.
  • Sammelbegriff „Parfum"/„Fragrance" – vor allem bei empfindlicher Haut.

Prüf besonders die ersten Einträge der Liste und nutze im Zweifel eine der genannten Apps. So triffst du fundierte Kaufentscheidungen – ganz ohne Chemie-Studium.

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