Die Tage sind kurz und grau, draußen ist es nass und kalt, und die Lust auf Unternehmungen sinkt. Viele kennen dieses Stimmungstief im Winter, den sogenannten Winterblues. Wenn du zusätzlich mit Schuppenflechte, Neurodermitis oder sehr empfindlicher Haut lebst, kann die dunkle Jahreszeit doppelt anstrengend sein: Heizungsluft und Kälte trocknen die Haut aus, Juckreiz raubt Schlaf, und das schlägt wiederum auf die Stimmung. Die gute Nachricht: Schon kleine Dinge im Alltag können einen spürbaren Unterschied machen. Hier findest du unsere liebsten Winterblues-Tipps für Kopf und Haut.
Kurz und knapp: Was hilft gegen den Winterblues?
Möglichst jeden Tag Tageslicht tanken, am besten bei einem Spaziergang am Vormittag. Dazu Bewegung, ein fester Schlafrhythmus, Treffen mit Menschen, die dir guttun, kleine Lichtblicke im Kalender und Pausen zum Entspannen. Für die Haut: lauwarm statt heiß duschen und konsequent rückfettend eincremen. Hält die gedrückte Stimmung länger als zwei Wochen an, sprich mit deiner Hausarztpraxis.
Winterblues oder Winterdepression?
Der Winterblues ist kein medizinischer Begriff, sondern beschreibt ein vorübergehendes Stimmungstief in der dunklen Jahreszeit. Typisch sind Müdigkeit, ein größeres Schlafbedürfnis, Lust auf Süßes und wenig Antrieb. Der Alltag funktioniert aber weiterhin, und an hellen Tagen geht es dir spürbar besser.
Davon zu unterscheiden ist die saisonal abhängige Depression, umgangssprachlich Winterdepression. Sie ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Hinweise darauf sind eine gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebslosigkeit, die über mindestens zwei Wochen fast täglich anhalten und deinen Alltag deutlich einschränken.
| Merkmal | Winterblues | Winterdepression |
|---|---|---|
| Stimmung | gedrückt, aber schwankend | anhaltend niedergeschlagen |
| Dauer | Tage, bessert sich an hellen Tagen | mindestens zwei Wochen, fast täglich |
| Alltag | funktioniert weiter | deutlich eingeschränkt |
| Was hilft | Licht, Bewegung, Struktur, Kontakte | ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung |
Warum Haut und Stimmung im Winter zusammenhängen
Haut und Psyche beeinflussen sich gegenseitig. Viele Menschen mit Schuppenflechte oder Neurodermitis erleben, dass Stress und seelische Belastung Schübe begünstigen oder Juckreiz verstärken. Umgekehrt belasten sichtbare Hautstellen und unruhige Nächte die Stimmung. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag Psyche und Psoriasis.
Im Winter kommt die Haut selbst noch dazu: Kalte Luft draußen und trockene Heizungsluft drinnen entziehen ihr Feuchtigkeit, die Hautbarriere wird durchlässiger, und gereizte Stellen jucken schneller. Warum gerade Schuppenflechte im Winter oft schwieriger wird, erklären wir ausführlich im Ratgeber Psoriasis im Winter. Wer gut für Haut und Seele sorgt, unterbricht diesen Kreislauf an mehreren Stellen gleichzeitig.
Licht, Bewegung und frische Luft
Auch wenn es draußen kalt und nass ist: Ein Spaziergang oder etwas Sport unter freiem Himmel tut erstaunlich gut. Selbst an trüben Tagen ist das Licht draußen um ein Vielfaches heller als in der Wohnung, und genau dieses Licht hilft deiner inneren Uhr, wach und gut gelaunt in den Tag zu kommen. Am meisten bringt ein Spaziergang am Vormittag oder in der Mittagspause.
Mach daraus eine kleine Entdeckungstour: Viele Städte und Regionen haben beschilderte Wander- und Spazierwege abseits der gewohnten Pfade. Tourismusverbände und Wander-Apps bieten Routenvorschläge mit Infos zu Sehenswürdigkeiten und Natur am Weg. An richtig ungemütlichen Tagen sorgt eine Runde Schwimmen im Hallenbad für Bewegung und Ausgleich. Spül das Chlorwasser danach gründlich ab und creme dich direkt ein.
Kälteschutz für empfindliche Haut
Damit der Spaziergang deiner Haut nicht schadet: Trag mehrere dünne Schichten, möglichst aus weichen, glatten Materialien direkt auf der Haut, und schütze Gesicht und Hände mit Schal und Handschuhen. Creme exponierte Stellen vor dem Rausgehen mit einer reichhaltigen Pflege ein, die eher fettet als kühlt. Wolle direkt auf der Haut kratzt bei Neurodermitis oft.
Tageslichtlampe statt Solarium
Kommst du kaum nach draußen, kann eine Tageslichtlampe eine Ergänzung sein. Sie wird meist morgens für etwa 20 bis 30 Minuten in einigem Abstand genutzt, ohne direkt hineinzuschauen. Wichtig: Tageslichtlampen filtern UV-Strahlung heraus und wirken über die Augen, nicht über die Haut. Mit der UV-Lichttherapie, die Hautärztinnen und Hautärzte bei Schuppenflechte einsetzen, haben sie nichts zu tun. Ein Solarium ist weder gegen den Winterblues noch für die Haut eine gute Idee. Bei Augenerkrankungen oder lichtempfindlich machenden Medikamenten sprich vorher mit deiner Arztpraxis.
Vitamin D und Ernährung
Hierzulande reicht die Sonne von etwa Oktober bis März nicht aus, damit die Haut nennenswert Vitamin D bildet. Ob dir Vitamin D fehlt und ob eine Ergänzung sinnvoll ist, klärst du am besten mit deiner Hausarztpraxis, die den Wert bestimmen kann. Hoch dosiert auf eigene Faust einzunehmen, ist keine gute Idee.
Beim Essen gilt: Warme, frisch gekochte Mahlzeiten mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Nüssen und fettem Seefisch oder Leinöl tun Körper und Laune gut. Ein Stück Schokolade ist erlaubt, nur sollte Süßes nicht zum Hauptnahrungsmittel werden. Wie Ernährung und Darm mit der Haut zusammenhängen, liest du im Beitrag Darm und Haut.
Gut zu wissen: Johanniskraut wird oft gegen Stimmungstiefs empfohlen. Es kann die Haut aber lichtempfindlicher machen und verträgt sich mit vielen Medikamenten nicht, etwa mit der Pille. Nimm es deshalb nur nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke, vor allem wenn du eine Lichttherapie für deine Haut bekommst.
Planung und kleine Lichtblicke
Termine im Kalender und kleine Projekte geben dir etwas, auf das du dich freuen kannst. Gerade wenn die Tage kurz sind, helfen kleine Ziele und eine feste Tagesstruktur.
Das kann ein gemeinsamer Kochabend mit Freundinnen und Freunden sein, ein Handarbeitskurs oder ein DIY-Projekt, das deine kreative Ader weckt. Auch Aufräumen, Ausmisten oder kleine Reparaturen in der Wohnung geben ein gutes Gefühl. Ein geplanter Museumsbesuch oder Kinoabend sorgt für Vorfreude, und die trägt durch so manchen grauen Tag.
Soziale Kontakte pflegen
Im Winter ziehen wir uns gern zurück. Gerade dann tut es gut, sich bewusst mit Freundinnen, Freunden oder Familie zu verabreden, auch wenn es nur ein gemütlicher Abend auf der Couch ist.
Wenn du eher allein wohnst, lohnen sich Aktivitäten in der Gruppe. Viele Vereine und Initiativen bieten in der kalten Jahreszeit mehr Veranstaltungen an. Ob gemeinsames Kochen, Vorlesen für Kinder oder ein Backtreff: Austausch hält den Kopf wach und hebt die Stimmung. Auch Selbsthilfegruppen und Online-Communities für Menschen mit Schuppenflechte oder Neurodermitis können entlasten, weil du dich dort nicht erklären musst.
Entspannung für Kopf und Haut
Einfache Atem- und Meditationsübungen bringen innere Ruhe. Regelmäßig geübt, helfen Entspannungstechniken, Stress abzubauen, und weniger Stress ist auch für gereizte Haut eine gute Nachricht.
Probier zum Beispiel die Bauchatmung: Atme langsam durch die Nase ein, sodass sich der Bauch hebt, und noch etwas langsamer wieder aus. Schon fünf Minuten können spürbar beruhigen. Auch die progressive Muskelentspannung ist leicht zu lernen und lockert gezielt angespannte Körperpartien. Viele Krankenkassen bieten dazu kostenlose Kurse, Apps oder Anleitungen an.
Genügend Schlaf und ein fester Rhythmus
Im Winter fühlen sich viele müder als sonst. Hilfreich ist ein möglichst fester Rhythmus: jeden Tag etwa zur selben Zeit ins Bett gehen und aufstehen, auch am Wochenende. Für die meisten Erwachsenen sind sieben bis neun Stunden Schlaf gut. Morgens helles Licht und abends gedimmtes Licht unterstützen deine innere Uhr.
Wenn du schlecht einschläfst, helfen ein Abendritual wie Lesen, eine Entspannungsübung oder ein kurzes, lauwarmes Bad. Dein Schlafzimmer sollte dunkel, ruhig und eher kühl sein. Und falls Juckreiz dich nachts wach hält: Ein kühler Raum, atmungsaktive Bettwäsche aus Baumwolle und Eincremen vor dem Schlafengehen können helfen.
Pflege als kleines Wohlfühlritual
Ein warmes Bad oder eine Massage fühlen sich im Winter herrlich an. Für empfindliche Haut gilt dabei: lieber lauwarm als heiß und nicht länger als etwa zehn Minuten. Tupf die Haut danach sanft trocken und creme dich direkt ein, solange sie noch leicht feucht ist.
Ein paar Tropfen ätherisches Öl wie Lavendel, Melisse oder Orange machen das Bad zum kleinen Stimmungsaufheller, wenn deine Haut sie gut verträgt. Bei Neurodermitis, Schuppenflechte oder sehr empfindlicher Haut ist aber Vorsicht gefragt, denn ätherische Öle gehören zu den häufigeren Auslösern von Hautreizungen. Probier ein neues Öl deshalb erst vorsichtig aus, gib es nie pur ins Badewasser, sondern vermischt mit etwas Sahne oder einem neutralen Badeöl, und lass es in akuten Phasen lieber weg. Eine gute Alternative für die Nase: ein paar Tropfen in der Duftlampe statt auf der Haut.
Mach aus dem Eincremen einen bewussten Moment für dich: langsam, mit ruhigen Bewegungen, vielleicht mit einer Atemübung verbunden. So pflegst du deine Haut und schaltest gleichzeitig einen Gang zurück. Woran du erkennst, ob deiner Haut eher Fett oder eher Feuchtigkeit fehlt, liest du im Beitrag Trockene oder dehydrierte Haut?.
Unser Tipp für trockene Winterhaut
Für die kalte Jahreszeit haben wir Pflege speziell für sehr trockene, zu Schuppenflechte oder Neurodermitis neigende Haut entwickelt. Herzstück ist unser Neem-Extrakt NEEMAVERA®.
- Cream forte: reichhaltige Pflege mit Olivenöl, Sheabutter und Mandelöl für sehr trockene, schuppige Haut, ohne Duftstoffe
- Skin Balm: intensiver Balsam für besonders trockene, raue Stellen wie Hände, Ellenbogen oder Knie
- Cream: leichtere Basispflege für Gesicht und Körper, ohne Duftstoffe
Wann du dir Hilfe holen solltest
Selbsthilfe hat Grenzen. Sprich mit deiner Hausarztpraxis oder einer Psychotherapeutin bzw. einem Psychotherapeuten, wenn die gedrückte Stimmung länger als zwei Wochen anhält, du dich zu nichts mehr aufraffen kannst, kaum noch schläfst oder dich hoffnungslos fühlst. Eine Winterdepression ist gut behandelbar. Auch wenn deine Haut im Winter deutlich schlechter wird, lohnt sich ein Termin in der Hautarztpraxis.
Hast du Gedanken, dir etwas anzutun, warte nicht: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Im Notfall wählst du die 112.
Mit solchen kleinen Aufmerksamkeiten für dich selbst kommst du leichter durch die dunkle Jahreszeit. Unser Tipp: Such dir eine dieser Ideen aus und probier sie gleich diese Woche aus. Die Tage werden wieder heller, versprochen.
Häufig gestellte Fragen
Was hilft schnell gegen den Winterblues?
Am schnellsten wirkt meist Tageslicht in Kombination mit Bewegung, also ein Spaziergang am Vormittag. Auch ein Treffen mit Menschen, die dir guttun, oder eine kurze Atemübung können die Stimmung kurzfristig heben.
Woran erkenne ich, ob es eine Winterdepression ist?
Hält die gedrückte Stimmung über mindestens zwei Wochen fast täglich an und schränkt sie deinen Alltag deutlich ein, kann eine Winterdepression dahinterstecken. Dann ist ein Gespräch mit deiner Hausarztpraxis der richtige Schritt.
Sollte ich im Winter Vitamin D nehmen?
Von etwa Oktober bis März bildet die Haut hierzulande kaum Vitamin D. Ob eine Ergänzung für dich sinnvoll ist, klärst du am besten mit deiner Arztpraxis, die deinen Wert bestimmen kann.
Hilft ein Solarium gegen den Winterblues?
Nein. Für die Stimmung zählt helles Licht über die Augen, nicht UV-Strahlung auf der Haut. Ein Solarium belastet die Haut. Eine Tageslichtlampe ohne UV-Anteil ist die bessere Wahl.
Warum wird meine Haut im Winter schlechter?
Kälte, Wind und trockene Heizungsluft entziehen der Haut Feuchtigkeit und schwächen ihre Schutzbarriere. Dazu kommen oft Stress und weniger Schlaf. Lauwarm duschen und konsequent rückfettend eincremen hilft der Haut durch den Winter.





















