Sonne, Wärme, Urlaub: Für viele Menschen mit Schuppenflechte ist der Sommer die angenehmste Zeit des Jahres, denn die Haut wird oft ruhiger. Gleichzeitig bringt die warme Jahreszeit eigene Herausforderungen mit sich: Sonnenbrand, Schweiß, Chlor- und Salzwasser. Hier erfährst du, warum die Sonne bei Schuppenflechte oft guttut, worauf du beim Sonnenschutz achtest und wie du deine Haut im Sommer richtig pflegst.
Kurz und knapp: Schuppenflechte im Sommer
Bei vielen Menschen mit Schuppenflechte bessert sich die Haut im Sommer, weil UV-Licht die überaktiven Entzündungsprozesse in der Haut bremsen kann. Wichtig ist die Dosis: Ein Sonnenbrand kann neue Herde auslösen. Deshalb gilt: Sonne in kleinen Portionen, Sonnenbrand unbedingt vermeiden, eine gut verträgliche Sonnencreme mit LSF 30 oder höher, leichte Pflege und luftige Kleidung.
Wird Schuppenflechte im Sommer besser oder schlimmer?
Die meisten Menschen mit Schuppenflechte erleben, dass ihre Haut im Sommer ruhiger wird. Das hat mehrere Gründe: Das UV-Licht der Sonne kann die überschießende Immunreaktion in der Haut dämpfen, die Luft ist feuchter als im Winter, und viele sind entspannter. Wie sich Kälte und Heizungsluft auswirken, liest du im Gegenstück Psoriasis im Winter.
Bei einem kleineren Teil der Betroffenen ist es umgekehrt: Ihre Haut reagiert empfindlich auf Sonne, und die Schuppenflechte wird im Sommer schlimmer. Auch Schweiß, Reibung in Hautfalten, Sonnenbrand oder lichtempfindlich machende Medikamente können im Sommer Schübe begünstigen. Beobachte deshalb, wie deine Haut reagiert.
Sonne und Schuppenflechte: Warum UV-Licht helfen kann
Bei Schuppenflechte erneuern sich die Hautzellen stark beschleunigt, angetrieben von einer überaktiven Immunreaktion. Statt in etwa vier Wochen wandern die Zellen in wenigen Tagen an die Oberfläche, und es bilden sich die typischen schuppenden Herde. UVB-Strahlung kann diese Immunreaktion in der Haut bremsen. Genau das nutzt auch die Lichttherapie.
Daneben bildet die Haut unter UVB-Licht Vitamin D, das für Knochen und Muskeln wichtig ist. Dafür reichen im Sommer schon kurze Zeiten in der Sonne mit unbedeckten Armen und Gesicht. Ob dir Vitamin D fehlt, kann deine Arztpraxis mit einem Bluttest prüfen. Hohe Dosen solltest du nicht auf eigene Faust einnehmen.
Die richtige Dosis: Sonne ja, Sonnenbrand nein
UV-Strahlung hat auch Schattenseiten: Sie lässt die Haut schneller altern und ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Hautkrebs. Bei Schuppenflechte kommt etwas hinzu: Ein Sonnenbrand ist eine Verletzung der Haut, und an verletzten Stellen können neue Psoriasis-Herde entstehen. Das nennt man Köbner-Phänomen.
- Starte mit kurzen Zeiten in der Sonne, etwa 10 bis 15 Minuten, und steigere langsam.
- Meide die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr.
- Schütze gesunde Haut immer mit Sonnencreme. Auch die Herde selbst brauchen Schutz, denn sie können ebenfalls verbrennen.
- Denk an die Kopfhaut: Bei Schuppenflechte auf dem Kopf schützen Hut oder Tuch den Scheitel.
- Warnzeichen sind Brennen, Spannen oder Rötung. Dann sofort in den Schatten.
Lichttherapie: kontrolliert statt Sonnenbad
In der Lichttherapie bestrahlen Hautärztinnen und Hautärzte die Haut gezielt mit UV-Licht, meist mit Schmalspektrum-UVB. Dosis und Dauer werden genau an deinen Hauttyp angepasst und Schritt für Schritt gesteigert. Das ist etwas anderes als ein Sonnenbad oder das Solarium: Solarien strahlen vor allem UVA ab, sind nicht für die Behandlung gedacht und erhöhen das Hautkrebsrisiko. Von Solariumbesuchen bei Schuppenflechte raten Fachleute deshalb ab.
Welche Sonnencreme bei Schuppenflechte?
Die beste Sonnencreme ist die, die deine Haut verträgt und die du regelmäßig benutzt. Bei Schuppenflechte haben sich diese Punkte bewährt:
- LSF 30 oder höher mit UVA-Schutz, bei heller Haut oder starker Sonne LSF 50
- mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid, wenn deine Haut auf andere Filter reagiert
- ohne Duftstoffe, ätherische Öle und viel Alkohol, denn sie können gereizte Haut zusätzlich belasten
- Textur nach Hautstelle: Lotion oder Creme für trockene Haut, Gel oder Fluid für die Kopfhaut und behaarte Stellen
Trag großzügig auf, etwa 30 bis 40 Milliliter für den ganzen Körper, und creme alle zwei Stunden sowie nach dem Baden nach. Was natürlicher Sonnenschutz kann und was nicht, erklären wir im Ratgeber Natürlicher Sonnenschutz für empfindliche Haut.
Medikamente und Sonne
Einige Psoriasis-Medikamente machen die Haut lichtempfindlicher, zum Beispiel Acitretin oder Methotrexat, aber auch manche äußerlichen Mittel. Dann verbrennt die Haut schneller als gewohnt. Frag in deiner Hautarztpraxis oder Apotheke nach, ob das für deine Behandlung gilt, und schütz dich dann besonders gut. Setz Medikamente nie eigenmächtig ab, auch nicht im Urlaub.
Hautpflege bei Schuppenflechte im Sommer
Auch im Sommer braucht Haut mit Schuppenflechte regelmäßige Pflege, denn die Herde bleiben trocken. Was sich ändert, ist die Textur: Reichhaltige Cremes, die im Winter guttun, fühlen sich bei Hitze schnell schwer und fettig an. Im Sommer sind leichtere Texturen angenehmer, die schnell einziehen. Für besonders trockene, schuppige Stellen darf es weiterhin etwas Reichhaltigeres sein, am besten abends.
Feuchtigkeit binden zum Beispiel Glycerin, Hyaluronsäure, Harnstoff (Urea) oder Milchsäure. Meide auch bei der Pflege Duftstoffe und Silikone, wenn deine Haut darauf empfindlich reagiert.
Duschen und kühlen
Im Sommer duschen viele öfter. Halte die Duschen kurz und lauwarm, nutze ein mildes, rückfettendes Reinigungsprodukt und tupf die Haut danach sanft trocken. Creme dich direkt danach ein, solange die Haut noch leicht feucht ist. Bei Juckreiz helfen kühle Umschläge oder eine Pflege aus dem Kühlschrank. Kratzen solltest du vermeiden, denn auch das kann neue Herde auslösen.
Meer, Pool und Badesee
Viele Menschen mit Schuppenflechte schwören auf Urlaub am Meer. Salzwasser kann Schuppen aufweichen, und die Kombination aus Salz und Sonne nutzt auch die Klimatherapie, zum Beispiel am Toten Meer. Salz- und Chlorwasser trocknen die Haut aber auch aus. Dusch dich nach dem Baden deshalb mit klarem Wasser ab, tupf dich trocken und creme dich ein, bevor du Sonnencreme nachlegst. Weitere Reisetipps findest du im Beitrag Urlaub mit Psoriasis.
Kleidung, Schweiß und Reibung
Schweiß und Reibung reizen die Haut, besonders in Hautfalten wie Achseln, Leisten oder unter der Brust, wo Schuppenflechte oft als sogenannte inverse Psoriasis auftritt. So beugst du vor:
- Trag leichte, atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle, Leinen oder Viskose.
- Wähle locker sitzende Schnitte, damit Luft zirkulieren kann und nichts scheuert.
- Meide enge Kleidung aus Kunstfasern, die Schweiß schlecht aufnimmt.
- Wechsle verschwitzte Kleidung zügig und tupf Hautfalten trocken.
Haut zeigen im Sommer
Kurze Ärmel, Badeanzug, Freibad: Für viele Menschen mit Schuppenflechte kostet der Sommer auch Überwindung. Blicke oder Fragen können verletzen. Es hilft, eine kurze Antwort parat zu haben, etwa „Das ist Schuppenflechte, sie ist nicht ansteckend.“ Und denk daran: Du musst niemandem etwas erklären. Wie eng Haut und Seele zusammenhängen, liest du im Beitrag Psyche und Psoriasis.
Unser Tipp für den Sommer
Unsere Pflege mit NEEMAVERA® ist speziell für zu Schuppenflechte neigende Haut entwickelt.
- Cream: leichte Basispflege, zieht schnell ein, ohne Duftstoffe, ideal für warme Tage
- Cream forte: reichhaltige Pflege für besonders trockene, schuppige Stellen, am besten abends, ohne Duftstoffe
- Scalp Tonic: leichte Tagespflege für die Kopfhaut, muss nicht ausgewaschen werden
- After Sun Gel: kühlt und spendet Feuchtigkeit nach der Sonne, mit leichtem Duft
Wichtig: Unsere Pflege ersetzt keine Sonnencreme. Einen Überblick über alle Produkte gibt dir der Beitrag Psoriasis-Pflege von Kopf bis Fuß.
Häufig gestellte Fragen
Ist Sonne gut bei Schuppenflechte?
Bei vielen Betroffenen ja: UV-Licht kann die überaktive Immunreaktion in der Haut bremsen, die Haut wird oft ruhiger. Entscheidend ist die Dosis, denn ein Sonnenbrand kann neue Herde auslösen.
Welche Sonnencreme ist bei Schuppenflechte geeignet?
Eine gut verträgliche Sonnencreme mit LSF 30 oder höher und UVA-Schutz, ohne Duftstoffe und viel Alkohol. Reagiert deine Haut auf andere Filter, sind mineralische Filter wie Zinkoxid oft eine gute Wahl.
Warum wird Schuppenflechte im Sommer manchmal schlimmer?
Mögliche Gründe sind Sonnenbrand, Schweiß und Reibung in Hautfalten, lichtempfindlich machende Medikamente oder eine angeborene Lichtempfindlichkeit, die einen kleineren Teil der Betroffenen betrifft.
Darf ich mit Schuppenflechte ins Meer oder in den Pool?
Ja. Dusch dich danach mit klarem Wasser ab, tupf die Haut trocken und creme dich ein, denn Salz und Chlor trocknen aus.
Hilft ein Solarium bei Schuppenflechte?
Nein. Solarien strahlen vor allem UVA ab, sind nicht zur Behandlung gedacht und erhöhen das Hautkrebsrisiko. Eine Lichttherapie in der Hautarztpraxis ist die sichere Alternative.





















