Es juckt, spannt, brennt, und die Haut wird einfach nicht ruhig. Ob bei Neurodermitis, Schuppenflechte oder einfach sehr empfindlicher Haut: Die richtige Pflege kann viel abfangen. Aber nicht jedes Produkt mit „sensitiv“ auf der Packung beruhigt auch wirklich. Entscheidend sind die Inhaltsstoffe, und genauso wichtig ist, was fehlt. Hier erfährst du, welche Inhaltsstoffe gereizte Haut beruhigen, was gegen Juckreiz helfen kann, warum „natürlich“ nicht automatisch verträglich heißt und ob es so etwas wie natürliches Kortison gibt.
Kurz erklärt: Welche Inhaltsstoffe beruhigen die Haut?
Beruhigend wirken vor allem Inhaltsstoffe, die die Hautbarriere stärken (Glycerin, Ceramide, pflanzliche Fette), Reizungen dämpfen (Panthenol, Bisabolol, Allantoin, Niacinamid) und Juckreiz lindern können (zum Beispiel kolloidaler Hafer). Genauso wichtig ist, was fehlt: Duftstoffe, ätherische Öle und scharfe Tenside.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Gereizte Haut braucht vier Dinge: eine geschlossene Barriere, gebundene Feuchtigkeit, gedämpfte Reizung und keine neuen Auslöser.
- Bewährte Beruhiger sind Panthenol, Bisabolol, Allantoin, Niacinamid (niedrig dosiert), kolloidaler Hafer und Aloe vera.
- Feuchtigkeit allein reicht nicht: Glycerin wirkt am besten zusammen mit Fetten wie Ceramiden, Sheabutter oder Pflanzenölen.
- Natürlich heißt nicht reizfrei: Ätherische Öle wie Lavendel oder Teebaum und Korbblütler wie Kamille können Allergien auslösen.
- Natürliches Kortison gibt es nicht. Kortison ist ein wirksames Medikament, Pflege kann die Behandlung begleiten, aber nicht ersetzen.
Was bei gereizter Haut passiert
Die oberste Hautschicht funktioniert wie eine Mauer: Die Hornzellen sind die Ziegel, Fette wie Ceramide, Cholesterin und freie Fettsäuren der Mörtel. Fehlt Mörtel, wird die Mauer undicht.
Geschwächte Barriere, Entzündung, Juckreiz
Undicht heißt zweierlei: Wasser verdunstet nach außen (Fachleute sprechen vom transepidermalen Wasserverlust, kurz TEWL), und Reizstoffe, Keime und Allergene dringen leichter ein. Die Haut reagiert darauf mit Entzündungsbotenstoffen: Sie wird rot, spannt und fühlt sich warm an. Gleichzeitig melden feine Nervenfasern in der Oberhaut Juckreiz. Deshalb juckt trockene Haut oft, bevor man überhaupt etwas sieht. Mehr dazu liest du im Beitrag Gestörte Hautbarriere verstehen und in unserem Ratgeber zu empfindlicher Haut.
Der Juck-Kratz-Kreislauf
Kratzen bringt kurz Erleichterung. Danach ist die Hornschicht aber weiter beschädigt, neue Entzündungsstoffe werden frei, und der Juckreiz kommt oft stärker zurück. Dieser Kreislauf ist der Grund, warum gereizte oder ekzematöse Haut sich häufig nicht von selbst erholt.
Daraus ergeben sich vier Aufgaben für eine beruhigende Pflege:
- Barriere schließen: Fette zuführen, damit der Mörtel wieder sitzt.
- Feuchtigkeit binden: Wasser in der Hornschicht halten, statt es nur aufzutragen.
- Reizung dämpfen: Inhaltsstoffe, die Rötung und Juckreiz beruhigen können.
- Auslöser weglassen: Parfum, ätherische Öle, scharfe Tenside.
Pflege kann dabei viel unterstützen. Bei starken Schüben gehört die Haut trotzdem in ärztliche Hände.
Diese Inhaltsstoffe beruhigen gereizte Haut
Welche Inhaltsstoffe beruhigen gereizte Haut tatsächlich? Nicht die mit dem lautesten Werbeversprechen, sondern die, die eine dieser Aufgaben übernehmen. Hier die wichtigsten im Überblick:
| Inhaltsstoff | Wofür | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Panthenol | Barriere, Feuchtigkeit, Regeneration | Provitamin B5, sehr gut verträglich |
| Bisabolol | Reizung dämpfen | Bestandteil der Kamille, auch isoliert erhältlich |
| Allantoin | Glätten, Regeneration | Meist naturidentisch hergestellt |
| Niacinamid | Barriere, Rötung | Niedrig dosiert bevorzugen |
| Kolloidaler Hafer | Juckreiz, Trockenheit | Enthält beruhigende Avenanthramide |
| Aloe vera | Feuchtigkeit, Kühle | Auf Duft und Alkohol im Produkt achten |
| Beta-Glucan | Feuchtigkeit, Schutz | Aus Hafer oder Hefe |
| Centella asiatica | Beruhigung | Oft als „Cica“ bezeichnet |
Panthenol, Bisabolol und Allantoin
Das klassische Trio. Panthenol wird in der Haut zu Pantothensäure umgewandelt. Studien zeigen, dass es Feuchtigkeit spendet, die Barriere stärkt und Hautreizungen vorbeugen kann (Proksch et al., 2017). Bisabolol dämpft Reizsignale, Allantoin hilft der Hautoberfläche beim Glätten. Zusammen und moderat dosiert sind sie oft verträglicher als ein einzelner, hochprozentiger Wirkstoff.
Niacinamid
Niacinamid (Vitamin B3) regt die Haut an, mehr eigene Ceramide und andere Barrierefette zu bilden, und kann so die Hautbarriere verbessern (Tanno et al., 2000). Es kann außerdem Rötungen mindern. Aber: Sehr hohe Konzentrationen reizen empfindliche Haut manchmal selbst. Also lieber niedrig dosiert starten.
Hafer, Aloe vera und Kamille
Kolloidaler, also sehr fein gemahlener Hafer legt sich als Schutzfilm auf die Haut. In Laborversuchen dämpften Haferextrakte Entzündungsbotenstoffe, und in einer kleinen Studie verbesserte eine Lotion mit kolloidalem Hafer Trockenheit, Schuppung und Juckreiz deutlich (Reynertson et al., 2015). Aloe vera bindet Wasser und kühlt angenehm, mehr dazu im Beitrag Aloe Vera vs. synthetische Hautpflegeprodukte. Kamille beruhigt, ist aber bei einer Korbblütler-Allergie tabu.
Neem-Blattextrakt
Extrakte aus Neemblättern enthalten Flavonoide und weitere Pflanzenstoffe, die sich in Laborstudien als antioxidativ und entzündungshemmend erwiesen haben. Wie Neem bei empfindlicher Haut eingesetzt wird, liest du im Beitrag Wie Neem bei empfindlicher Haut hilft.
Inhaltsstoffe gegen Juckreiz
Juckreiz läuft über eigene, langsam leitende Nervenfasern. Genau dort setzen die meisten juckreizlindernden Pflegestoffe an: Sie dämpfen das Signal oder überlagern es. Heilen können sie nichts. Aber sie können helfen, dass du weniger kratzt, und das ist bei gereizter Haut schon viel.
Was in Juckreiz-Pflege steckt
- Kolloidaler Hafer (INCI: Avena Sativa Kernel Flour): bringt Avenanthramide mit, pflanzliche Stoffe, die Reizungen dämpfen und die Barriere unterstützen können.
- Polidocanol (INCI: Laureth-9): mindert die Weiterleitung des Juckreizsignals. In Pflegeprodukten ist es niedrig dosiert, höhere Konzentrationen sind Arzneimitteln vorbehalten.
- Palmitoylethanolamid (PEA): ein körpereigener Fettstoff. In einer großen Beobachtungsstudie berichteten Menschen mit Neurodermitis unter einer PEA-haltigen Creme von weniger Juckreiz (Eberlein et al., 2008). Es fehlte allerdings eine Vergleichsgruppe.
- Menthol und kühlende Stoffe: Das Kältegefühl überlagert den Juckreiz kurzzeitig. Bei stark geschädigter Haut kann Menthol aber selbst brennen.
Der einfachste Trick kostet nichts: Stell deine Creme in den Kühlschrank. Kühle lindert Juckreiz, ganz ohne zusätzlichen Wirkstoff.
Zink und Mikrosilber bei aufgekratzter Haut
Ist die Haut schon aufgekratzt, geht es vor allem um Schutz. Zinkoxid legt einen Schutzfilm über die Haut und kann nässende Stellen trocknen. Mikrosilber, zum Beispiel in Textilien oder Pflege, soll Keime auf der Hautoberfläche reduzieren, die aufgekratzte Stellen gern besiedeln.
Wichtig bleibt: Bei starkem, anhaltendem Juckreiz gehört die Haut in ärztliche Hände. Pflege begleitet, sie ersetzt keine Behandlung. Passende Produkte findest du in unserer Kollektion bei Ekzemen.
Ceramide, Fette und Öle: Was die Barriere schließt
Beruhigende Inhaltsstoffe wirken nur halb, wenn das Dach undicht bleibt. Deshalb braucht gereizte Haut Fette, die die Lücken zwischen den Hornzellen füllen, und Feuchthaltestoffe, die das Wasser drinnen halten.
Ceramide, Squalan und pflanzliche Fette
Bei ekzematöser Haut fehlt Mörtel in der Mauer: Wasser verdunstet, Reizstoffe kommen leichter hinein. Pflege mit Ceramiden ergänzt diese hauteigenen Fette. Squalan ist die stabile Form eines Fettstoffs, den die Haut selbst im Talg bildet. Dazu kommen Sheabutter und pflanzliche Öle, die rückfetten und meist gut vertragen werden.
Glycerin und Urea: Feuchtigkeit binden
Glycerin zieht Wasser in die Hornschicht. Urea (Harnstoff) gehört zu den natürlichen Feuchthaltefaktoren der Haut und bindet ebenfalls Wasser. Auf akut entzündeter oder aufgekratzter Haut kann Urea allerdings brennen, besonders bei Kindern. In ruhigen Phasen ist es eine Option, im Schub lässt du es besser weg.
Wichtig ist die Kombination: Feuchthaltestoff plus Fett. Glycerin allein ist wie ein Eimer ohne Deckel.
Welche Öle gereizter Haut guttun
Am besten unparfümiert und reich an Fettsäuren. Nachtkerzenöl liefert Gamma-Linolensäure, Jojoba- und Mandelöl sind mild, Sheabutter macht Cremes reichhaltiger. Ätherische Öle wie Lavendel oder Teebaum lässt du dagegen besser weg, sie gehören zu den häufigen Kontaktallergenen. Einen Überblick gibt unser Beitrag zu den 6 besten pflanzlichen Ölen für gesunde Haut, speziell für empfindliche Haut die Top 3 kaltgepressten Öle.
Natürliche Inhaltsstoffe: sanft, aber nicht automatisch reizfrei
Pflanzlich klingt harmlos, ist es aber nicht automatisch. Pflanzenextrakte sind Gemische aus vielen Einzelstoffen, und je komplexer das Gemisch, desto mehr Angriffspunkte gibt es für eine geschwächte Barriere. Das heißt nicht, dass du Naturstoffe meiden musst. Es heißt nur, dass du sie genauso prüfst wie alles andere.
Bewährte Naturstoffe im Überblick
| Naturstoff | Kann unterstützen bei | Achtung |
|---|---|---|
| Sheabutter, Kakaobutter | Rückfetten, Feuchtigkeit halten | Reichhaltig, nicht auf akut nässende Stellen |
| Jojobaöl, Mandelöl | Leichte Pflege, Geschmeidigkeit | Mandelöl bei Nussallergie prüfen |
| Arganöl, Avocadoöl, Weizenkeimöl | Trockene Haut, Vitamin E | Weizenkeimöl bei Weizenallergie meiden |
| Hanföl, Nachtkerzenöl, Wildrosenöl | Ungesättigte Fettsäuren für die Barriere | Werden schnell ranzig, kühl lagern |
| Aloe vera | Kühlen, Feuchtigkeit | Oft mit Duft und Alkohol kombiniert |
| Kamille, Calendula | Beruhigen | Korbblütler-Allergie möglich |
| Teufelskralle | Wird in Pflege selten eingesetzt | Für die Haut kaum untersucht |
Zwei häufige Missverständnisse: Hyaluronsäure ist kein Pflanzenstoff, sie wird heute meist biotechnologisch durch Fermentation gewonnen. Und Zink ist ein Mineral. Beides kann trotzdem sinnvoll sein: Hyaluronsäure bindet Wasser, Zink schützt.
Warum auch Naturkosmetik reizen kann
Korbblütler wie Kamille, Calendula und Arnika enthalten Stoffe, die Kontaktallergien auslösen können. Ätherische Öle wie Lavendel oder Teebaum bringen Duftstoffe mit, die an der Luft oxidieren und dann besonders allergen werden können. Deshalb stehen Duftstoffe weit oben auf den Allergenlisten. Und „frei von Chemie“ gibt es nicht, denn auch Wasser und Pflanzenöle sind Chemie. Eine Konservierung ist bei wasserhaltigen Cremes kein Makel, sondern schützt vor Keimen. Wie sich Bio- und konventionelle Pflege unterscheiden, zeigt der Vergleich Bio-Hautpflege vs. konventionelle Produkte.
Gibt es natürliches Kortison?
Die kurze Antwort: nein. Pflanzen bilden kein Kortison, deshalb gibt es weder natürliches noch pflanzliches Kortison. Kortison ist ein körpereigenes Hormon und als Arzneimittel ein stark entzündungshemmender Wirkstoff, der ärztlich verordnet wird. Was als „pflanzliches Kortison“ verkauft wird, ist chemisch etwas ganz anderes.
Was hinter „pflanzlichem Kortison“ steckt
Meist stecken drei Pflanzen hinter dem Begriff:
- Ballonrebe (Cardiospermum halicacabum) enthält Pflanzenstoffe, die in Laborversuchen Entzündungsprozesse leicht beeinflussten.
- Süßholzwurzel liefert Glycyrrhetinsäure. Sie kann ein Enzym hemmen, das körpereigenes Kortisol abbaut. Sie ist also kein Kortison, sondern bremst höchstens den Abbau dessen, was der Körper selbst bildet.
- Weihrauch (Boswellia serrata) enthält Boswelliasäuren, die bestimmte Entzündungsbotenstoffe senken können.
Das klingt nach viel, ist aber eine ganz andere Größenordnung. Diese Extrakte können die Haut pflegend beruhigen. Sie wirken nicht wie Kortison und ersetzen es nicht. Ähnlich ordnen wir das im Beitrag zu natürlichen Mitteln gegen Schuppenflechte ein.
Wann Kortison die richtige Wahl ist
Vor allem im akuten Schub. Richtig dosiert, zeitlich begrenzt und ärztlich begleitet sind Kortisoncremes wirksam und sicher. Viele Betroffene haben trotzdem Angst vor Nebenwirkungen. Diese sogenannte Kortisonangst ist weit verbreitet und führt oft dazu, dass Cremes zu sparsam oder gar nicht verwendet werden (Li et al., 2017). Dann bleibt die Entzündung länger bestehen.
Pflege spielt eine andere Rolle: Sie begleitet die Behandlung und stärkt in ruhigen Phasen die Barriere. Setz Kortison nie eigenmächtig ab, sondern besprich deinen Pflegeplan mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt.
Ekzematöse Haut beruhigen: akut und in ruhigen Phasen
Dieselbe Creme, zwei sehr verschiedene Situationen. Im Schub ist die Haut offen und reizbar. In ruhigen Phasen sieht sie gesund aus, aber bei einer Neigung zu Ekzemen bleibt die Barriere oft durchlässig. Entsprechend ändert sich, was die Pflege leisten soll.
Im akuten Schub
Jetzt gilt: weniger Produkte, nicht mehr.
- Retinol, Fruchtsäuren, Vitamin C, Peelings, Parfum und ätherische Öle pausieren
- schlichte Basispflege mit Panthenol und Glycerin, lieber dünn und öfter als einmal dick
- kühlen: Creme aus dem Kühlschrank, kühle feuchte Umschläge
- Nägel kurz halten, nachts eventuell Baumwollhandschuhe, damit Kratzen weniger Schaden anrichtet
- bei starker Entzündung ärztliche Behandlung, die Pflege begleitet sie
Neue Produkte probierst du besser nicht im Schub aus. Sonst kannst du nicht unterscheiden, ob die Haut auf die Creme reagiert oder auf den Schub.
In ruhigen Phasen
Das ist die Phase, in der Pflege am meisten bringt: täglich rückfetten, auch wenn gerade nichts spannt. Fette wie Ceramide und Pflanzenbutter halten die Feuchtigkeit in der Hornschicht, Glycerin bindet sie dort. Dazu hilft ein Hauttagebuch, um Auslöser wie Wolle, Hitze, Stress oder Reinigungsmittel zu finden. Bei Schuppenflechte löst du Schuppen sanft mit Fett oder Öl, eingeweicht statt abgerubbelt. Wie du Naturkosmetik dabei einsetzt, steht im Beitrag Naturkosmetik bei Ekzemen.
Was du meiden solltest und wie du beruhigende Cremes erkennst
Oft ist der kürzeste Weg zu ruhigerer Haut kein neuer Wirkstoff, sondern Weglassen. Diese Stoffe nimmst du bei gereizter, juckender oder ekzematöser Haut besser aus dem Badregal:
- Parfum und ätherische Öle, auch Lavendel und Teebaum
- Alkohol (Alcohol denat.) unter den ersten Positionen der Inhaltsstoffliste
- scharfe Tenside wie Sodium Lauryl Sulfate in Duschgel und Waschlotion
- Peelingsäuren, Retinol und hoch dosiertes Vitamin C, solange die Haut brennt
- viele neue Produkte gleichzeitig, denn dann weißt du nicht, welches gereizt hat
Eine beruhigende Creme erkennst du an der Rückseite, nicht an der Vorderseite. Die Inhaltsstoffliste (INCI) ist nach Menge sortiert: Was oben steht, ist viel drin. Beruhigende Stoffe wie Panthenol, Glycerin oder pflegende Fette sollten also eher vorne stehen. Kurze Liste, parfümfrei, klare Angaben: Je weniger drin ist, desto weniger kann reizen. Teste eine neue Creme zuerst erbsengroß in der Armbeuge und beobachte die Stelle 24 bis 48 Stunden.
Welche Stoffe du dauerhaft aussortieren solltest, erklären unsere Beiträge zu den 10 Inhaltsstoffen, die du bei sensibler Haut meiden solltest und dazu, wie du schädliche Inhaltsstoffe erkennst. Unsicher, ob deine Routine zu scharf ist? Dann helfen die 5 Anzeichen für eine gestörte Hautbarriere.
Weniger Reize, mehr Ruhe
Gereizte Haut beruhigt sich am besten, wenn du zwei Dinge zusammenbringst: Die Barriere bekommt, was ihr fehlt, also Fett, Feuchtigkeit und beruhigende Wirkstoffe. Und alles, was zusätzlich reizt, bleibt draußen. Teste Neues vorsichtig, gib deiner Haut Zeit und lass starke oder anhaltende Beschwerden ärztlich abklären.
Einfacher geht’s mit fertiger Pflege
Unsere Pflege für gereizte Haut setzt genau auf diese Kombination und ist parfümfrei, vegan und in Deutschland hergestellt. Herzstück ist NEEMAVERA®, ein Extrakt aus den Blättern unserer eigenen Neem-Plantage in Paraguay. Die leichte Cream enthält zusätzlich Panthenol, Bisabolol und Aloe vera, die Cream forte Panthenol, Sheabutter und Olivenöl für sehr trockene Stellen. Der wasserfreie Skin Balm pflegt raue, rissige Haut mit Sheabutter, Jojoba-, Macadamia- und Olivenöl. Alle drei gibt es zusammen im Calm Skin Trio.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Inhaltsstoffe beruhigen gereizte Haut am besten?
Am verlässlichsten ist die Kombination: Panthenol und Glycerin für Feuchtigkeit und Regeneration, Bisabolol oder Allantoin gegen Reizungen und Fette wie Ceramide, Squalan oder Sheabutter, die die Barriere schließen. Genauso wichtig ist, dass reizende Stoffe wie Parfum fehlen.
Welche Inhaltsstoffe lindern Juckreiz?
In Pflegeprodukten vor allem kolloidaler Hafer, niedrig dosiertes Polidocanol und PEA. Kühle hilft zusätzlich, zum Beispiel eine Creme aus dem Kühlschrank. Bei starkem oder anhaltendem Juckreiz solltest du ärztlichen Rat einholen.
Gibt es natürliches Kortison?
Nein. Natürliches oder pflanzliches Kortison gibt es nicht, auch wenn Ballonrebe, Süßholzwurzel oder Weihrauch so vermarktet werden. Diese Extrakte können die Haut pflegend beruhigen, wirken aber nicht wie Kortison. Kortisoncremes sind ärztlich verordnete Medikamente mit einem festen Platz in der Behandlung.
Ist Naturkosmetik bei empfindlicher Haut immer besser?
Nicht automatisch. Ätherische Öle und pflanzliche Duftstoffe zählen zu den häufigen Kontaktallergenen, und Korbblütler wie Kamille oder Calendula können bei einer Allergie Probleme machen. Entscheidend ist die Rezeptur, nicht das Label.
Kann ich Niacinamid und Panthenol kombinieren?
Ja, das passt gut zusammen. Niacinamid unterstützt die Barrierefette, Panthenol spendet Feuchtigkeit und unterstützt die Regeneration. Bei sehr empfindlicher Haut wählst du besser niedrig dosiertes Niacinamid.
Was hilft schnell, wenn meine Haut nach einer neuen Creme brennt?
Spül das Produkt mit lauwarmem Wasser ab, kühle die Stelle und verwende danach nur eine parfümfreie Basispflege mit Panthenol oder Glycerin. Lässt das Brennen nicht nach oder bilden sich Bläschen, lass es ärztlich anschauen.
Quellen
- Proksch E et al.: Topical use of dexpanthenol: a 70th anniversary article. Journal of Dermatological Treatment, 2017 (PubMed)
- Tanno O et al.: Nicotinamide increases biosynthesis of ceramides as well as other stratum corneum lipids to improve the epidermal permeability barrier. British Journal of Dermatology, 2000 (PubMed)
- Reynertson KA et al.: Anti-inflammatory activities of colloidal oatmeal (Avena sativa) contribute to the effectiveness of oats in treatment of itch. Journal of Drugs in Dermatology, 2015 (PubMed)
- Eberlein B et al.: Adjuvant treatment of atopic eczema: assessment of an emollient containing N-palmitoylethanolamine (ATOPA study). JEADV, 2008 (PubMed)
- Li AW et al.: Topical Corticosteroid Phobia in Atopic Dermatitis: A Systematic Review. JAMA Dermatology, 2017 (PubMed)





















