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Eine Hand liegt sanft auf dem Unterarm einer Person mit Schuppenflechte-Stellen
8. Sep 20235 Min. Lesezeit

Schuppenflechte: 10 Mythen und Fakten im Check

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leben mit Schuppenflechte. Trotzdem kursieren viele Irrtümer: im Netz, im Freundeskreis, manchmal sogar unter Betroffenen. Manche Mythen sind harmlos, andere führen zu Ausgrenzung oder zu falschen Hoffnungen. Wir haben die häufigsten Behauptungen rund um Psoriasis gesammelt und ehrlich geprüft: Was stimmt, was nicht, und was ist differenzierter, als es klingt?

Die Mythen auf einen Blick

Behauptung Faktencheck
Meerwasser hilft bei Schuppenflechte Stimmt teilweise
Schuppenflechte ist ansteckend Falsch
Mangelnde Hygiene löst Psoriasis aus Falsch
Psoriasis ist nur ein Hautproblem Falsch
Schuppenflechte ist heilbar Falsch, aber gut behandelbar
Sport ist bei Schuppenflechte tabu Falsch
Ernährung spielt keine Rolle Falsch
Knoblauch hilft gegen Psoriasis Nicht belegt
Alkohol verschlechtert Psoriasis Stimmt
Stress kann Schübe auslösen Stimmt

Mythos 1: Meerwasser hilft bei Schuppenflechte

Fußspuren im Sand am Meeresufer, daneben eine auslaufende Welle

Stimmt teilweise
Viele Menschen mit Schuppenflechte erleben am Meer eine deutliche Besserung. Das liegt aber selten am Meerwasser allein, sondern an einer Kombination mehrerer Faktoren:

  • Sonne: UV-Licht kann die überaktive Immunreaktion in der Haut bremsen. Ein Sonnenbrand muss dabei unbedingt vermieden werden, denn er kann neue Herde auslösen.
  • Salz: Salzwasser weicht Schuppen auf und hilft, sie sanft zu lösen. Das kann Juckreiz und Spannungsgefühl lindern.
  • Entspannung: Urlaub bedeutet für viele weniger Stress, und Stress ist ein häufiger Auslöser für Schübe.
  • Feuchte Luft: Im Vergleich zu trockener Heizungsluft tut Meeresluft der Haut gut.

Diese Kombination aus Salz und Sonne nutzt auch die sogenannte Klimatherapie, etwa am Toten Meer, dessen Wasser besonders salzhaltig ist. Wichtig: Salzwasser trocknet die Haut auch aus. Dusch dich nach dem Baden mit klarem Wasser ab, tupf die Haut trocken und creme dich ein. Mehr Tipps für die warme Jahreszeit findest du in Schuppenflechte im Sommer, alles zur Reiseplanung in Urlaub mit Psoriasis.

Und zu Hause? Salzbäder mit Meersalz oder Totes-Meer-Salz können ähnlich Schuppen aufweichen. Bade nicht länger als etwa 15 bis 20 Minuten, lauwarm, und creme dich danach gut ein.

Mythos 2: Schuppenflechte ist ansteckend

Zwei Hände beim Händeschütteln vor hellem Hintergrund

Falsch
Schuppenflechte ist nicht ansteckend, weder durch Berührung noch durch gemeinsam genutzte Handtücher oder im Schwimmbad. Sie ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die vom eigenen Immunsystem ausgeht.

Normalerweise braucht eine Hautzelle etwa vier Wochen, um von der unteren Hautschicht an die Oberfläche zu wandern. Bei Schuppenflechte setzt das überaktive Immunsystem Botenstoffe frei, die diesen Prozess auf wenige Tage verkürzen. Die Zellen sammeln sich an der Oberfläche an, und es entstehen die typischen geröteten, schuppenden Stellen.

Dieser Mythos ist besonders belastend, denn er führt zu Ausgrenzung. Eine kurze Antwort hilft oft: „Das ist Schuppenflechte, sie ist nicht ansteckend.“

Mythos 3: Mangelnde Hygiene löst Psoriasis aus

Leinenhandtücher und ein Badeschwamm hängen an einer Holzleiste

Falsch
Mit Körperhygiene hat Schuppenflechte nichts zu tun. Entscheidend sind eine erbliche Veranlagung und Auslöser wie Infekte, Stress, Verletzungen der Haut oder bestimmte Medikamente.

Im Gegenteil: Zu viel Waschen, heißes Wasser und aggressive Reinigungsprodukte können die Haut zusätzlich reizen. Besser sind kurze, lauwarme Duschen, ein mildes Reinigungsprodukt und danach eine rückfettende Pflege.

Mythos 4: Psoriasis ist nur ein Hautproblem

Falsch
Schuppenflechte zeigt sich auf der Haut, ist aber eine Entzündungserkrankung, die den ganzen Körper betreffen kann. Bei einem Teil der Betroffenen, Schätzungen zufolge etwa 20 bis 30 Prozent, sind auch die Gelenke beteiligt. Mehr dazu liest du in Psoriasis-Arthritis. Zudem haben Menschen mit Psoriasis ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen.

Auch die Seele leidet oft mit: Sichtbare Hautstellen, Juckreiz und Vorurteile belasten. Wie eng Haut und Psyche zusammenhängen, erklären wir in Psyche und Psoriasis. Regelmäßige Kontrollen in der Hautarztpraxis sind deshalb sinnvoll, auch in ruhigen Phasen.

Mythos 5: Schuppenflechte ist heilbar

Falsch, aber gut behandelbar
Schuppenflechte ist nach heutigem Wissen nicht heilbar. Sie verläuft meist in Schüben, mit Phasen, in denen die Haut ruhiger ist. Die gute Nachricht: Es gibt heute viele wirksame Behandlungen, von Cremes über Lichttherapie bis zu modernen Medikamenten, mit denen viele Betroffene lange erscheinungsfrei oder fast erscheinungsfrei leben. Sei vorsichtig bei Angeboten, die eine Heilung versprechen.

Eine gute tägliche Basispflege gehört bei jeder Behandlung dazu. Sie ersetzt keine Therapie, unterstützt aber die Hautbarriere und kann Trockenheit und Spannungsgefühl mindern.

Mythos 6: Sport ist bei Schuppenflechte tabu

Beine einer Person in Sportkleidung und Turnschuhen auf einem Tennisplatz

Falsch
Bewegung tut Körper und Psyche gut und hilft, Stress abzubauen. Da Übergewicht mit stärkeren Verläufen in Verbindung gebracht wird, kann regelmäßige Bewegung sogar besonders sinnvoll sein. Diese Tipps machen es angenehmer:

  • Trag atmungsaktive, nicht zu enge Sportkleidung, damit nichts scheuert.
  • Dusch nach dem Sport kurz und lauwarm und creme dich danach ein.
  • Bei Psoriasis-Arthritis eignen sich gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Yoga.

Mythos 7: Ernährung spielt keine Rolle

Falsch
Eine bestimmte „Psoriasis-Diät“, die Schuppenflechte verschwinden lässt, gibt es nicht. Ganz egal ist die Ernährung aber auch nicht: Studien zeigen, dass Gewichtsabnahme bei Übergewicht die Beschwerden verbessern kann, und eine Ernährung im Mittelmeerstil mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch und Olivenöl wird oft empfohlen. Mehr dazu liest du in Darm und Haut.

Mythos 8: Knoblauch hilft gegen Psoriasis

Mehrere Knoblauchknollen auf einer grauen Steinfläche

Nicht belegt
Knoblauch enthält Stoffe wie Allicin, die im Labor antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zeigen. Dass Knoblauch Schuppenflechte bessert, ist aber nicht belegt. Als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung spricht nichts gegen ihn. Hochdosierte Knoblauch-Kapseln können dagegen mit Medikamenten wechselwirken, etwa mit Blutverdünnern. Sprich deshalb vor der Einnahme mit deiner Arztpraxis oder Apotheke. Knoblauch direkt auf die Haut aufzutragen, kann sie stark reizen.

Welche natürlichen Mittel tatsächlich untersucht sind, liest du in 7 natürliche Mittel gegen Psoriasis.

Mythos 9: Alkohol verschlechtert Psoriasis

Mehrere Gläser mit bunten Cocktails auf einem hellen Tisch

Stimmt
Regelmäßiger Alkoholkonsum wird mit häufigeren und stärkeren Schüben in Verbindung gebracht. Alkohol fördert Entzündungen, schwächt die Abwehr gegen Infekte und kann die Wirkung von Behandlungen beeinträchtigen. Manche Psoriasis-Medikamente belasten zudem die Leber, dann ist Alkohol besonders ungünstig. Weniger ist hier eindeutig mehr.

Mythos 10: Stress kann Schübe auslösen

Stimmt
Viele Betroffene merken, dass ihre Haut in belastenden Zeiten schlechter wird. Stress gilt als einer der häufigsten Auslöser für Schübe. Stress ganz zu vermeiden, ist unrealistisch. Was hilft, sind Pausen, Bewegung, ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken wie Atemübungen oder Yoga.

Unser Tipp für die tägliche Pflege
Unsere Pflege mit NEEMAVERA® ist speziell für zu Schuppenflechte neigende Haut entwickelt und kann eine Behandlung begleiten.

  • Cream: leichte Basispflege für Gesicht und Körper, ohne Duftstoffe
  • Cream forte: reichhaltige Pflege für sehr trockene, schuppige Haut, ohne Duftstoffe
  • Pso Kit: Skin Balm, Cream forte und Scalp Oil für Körper und Kopfhaut

Einen Überblick über alle Produkte gibt dir der Beitrag Psoriasis-Pflege von Kopf bis Fuß.

Häufig gestellte Fragen

Hilft Meerwasser bei Schuppenflechte?

Bei vielen Betroffenen ja. Salz weicht Schuppen auf, und am Meer kommen Sonne und Entspannung dazu. Salzwasser trocknet aber aus, deshalb danach klar abduschen und eincremen.

Ist Schuppenflechte ansteckend?

Nein. Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die vom eigenen Immunsystem ausgeht. Sie wird weder durch Berührung noch durch gemeinsam genutzte Gegenstände übertragen.

Ist Schuppenflechte heilbar?

Nach heutigem Wissen nicht. Sie ist aber gut behandelbar, und viele Betroffene leben mit der passenden Therapie lange beschwerdearm.

Darf ich mit Schuppenflechte Sport machen?

Ja, Bewegung ist sogar empfehlenswert. Atmungsaktive Kleidung, eine lauwarme Dusche danach und gute Pflege machen es für die Haut angenehmer.

Verschlechtert Alkohol die Schuppenflechte?

Ja. Regelmäßiger Alkoholkonsum wird mit häufigeren und stärkeren Schüben in Verbindung gebracht und kann die Wirkung von Behandlungen beeinträchtigen.

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